Es ist Raum

Es ist Raum

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Quelle: Evangélikus Élet / Deutsche Anlage / Redakteurin: Pfarrerin Eszter Heinrichs, Text: Teresa Bohm, Gemeindepädagogin (Berlin)
Ein leichter Windhauch weht mir durch das Haar und streicht mir übers Gesicht, als ich langsam und ruhig die St. Matthäuskirche am Kulturforum in Berlin betrete. Ich lasse mich hineinnehmen in den hellen dreischiffigen Kirchenbau und genieße die Stille des Raumes. Mein Blick fällt zum Altar. Über dem Altar entdecke ich kein Kreuz, sondern ein großformatiges Bild mit dem Titel „Wind“ des Künstler Markus Weis. Es zeigt das letzte Bild der dreistufigen Installation - Öl auf Leinwand – mit dem Titel „Es ist Raum“.

Die St. Matthäuskirche ist seit 1999 die Kunst – und Kulturkirche der Kulturstiftung der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg – schlesische Oberlausitz. Aufgabe der Stiftung St. Matthäus ist es, den Dialog zwischen Kirche und Künstlern zu ermöglichen. Jahr für Jahr lädt sie Künstlerinnen und Künstler zur Gestaltung des Kirchenraumes ein. Passend zum Kirchenjahr wechseln die Ausstellungen und das Altarbild unter dem Titel „ Das andere Altarbild“.

Ich lasse meine Gedanken schwei­fen und erinnere mich an das Passionsbild, das erste Altarbild der dreistufigen Installation von Markus Weis mit dem Titel „Passion“. Es zeigt einen schweren, aus vierzig Falten bestehenden, sehr plastisch, fast fotografisch gemalten Vorhang. Der geschlossene und in der liturgischen Farbe der Passionszeit Violett gehaltene Vorhang nimmt die gesamte Bildfläche ein und lässt keinerlei Blick dahinter. Das Bild lädt zur inneren Stille und zur Meditation ein und macht neugierig auf das Verborgene hinter dem Vorhang.

So oft, wie wir an der Unsichtbarkeit Gottes leiden, ähnlich dem geschlossenen Vorhang des Passionsbildes, so deutlich sind doch Gottes Spuren in der Welt. Dies zeigt Markus Weis auch in seinem Osterbild mit dem Titel „Licht“. Für das Fest der Auferstehung Jesu hat er ein Strahlenbild aus 100 Strahlen geschaffen, ein Symbol für die Begegnung mit Gott und das neue Leben.

Das Motiv des Vorhanges verwendet der Wahlberliner Markus Weis auch in seinem Pfingstbild „Wind“. Es zeigt nun nicht mehr den geschlossenen Vorhang der Passion, sondern ein – scheinbar durch Wind - leicht zur Seite gewehten Vorhang in unterschiedlichsten Rottönen, der liturgischen Farbe des Pfingstfestes, und in einigen Violett - und Grüntönen.

Auf der linken Seite des Bildes, es ist die Herzseite des Betrachters, gibt die leere rosafarbene Fläche Raum, die der Betrachter mit eigenen Erfahrungen von „Geist“, „Wind“ und „Feuer“ füllen kann.

Markus Weis hat seinem Pfingstbild „ Wind“ die Bibelstelle: 1. Könige 19, 11-13 zu Grunde gelegt. Elia klagt Gott sein Leid: „Der Herr sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR wird vorübergehen. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.“

Menschen von damals und heute fragen nach Gott: Warum hältst du dich verborgen? Gottes Antwort fällt anders aus als wir es erwarten. Der Prophet Elia hat es erfahren. Nicht im gewaltigen Sturm ist Gott zu finden, sondern im leisen Hauch, im zarten Säuseln, im Geringen, im Unerwarteten, in der Stille - in der Stille der Wüsten und auch in der Stille unserer Kirchen - können wir Gott erfahren.

Címkék: Pfingsten -

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