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Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn

Ungarn liegt in Mitteleuropa und hat ca. 10 Millionen Einwohner. Fast zwei Millionen davon leben in der Hauptstadt in Budapest. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn (ELKU) ist die drittgrößte geschichtliche Kirche im Land, ihre Wurzeln reichen bis zu in die Zeit der Reformation (1517) zurück. 

Unsere Mission

Der evangelisch-lutherische Glaube beruht auf der biblischen Botschaft von der Liebe Gottes, des Opfers Christi am Kreuz für uns und der stärkenden Kraft des Heiligen Geistes. Martin Luthers Lehren folgend glauben wir, dass wir nur alleine durch Gottes Gnade und nicht durch unsere guten Taten gerettet werden.

Die Mission der ELKU ist – immer schon –, die gute Nachricht zu verkündigen, Raum für die Ausübung des Glaubens des Einzelnen zu schaffen, jenen zu helfen und zu dienen, die in Not sind, und die christlichen Werte in der Gesellschaft zu vermitteln.

Diese Ziele werden auf allen Ebenen unseres kirchlichen Handelns und in jedem Arbeitsfeld verfolgt: in den Gemeinden, den Bildungs- und Lehranstalten, in den diakonischen und kulturellen Einrichtungen, in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Missionen und unter den Jugendlichen.

Unsere Gemeinden

Die ELKU ist in drei Kirchenbezirke geglierdert: den Nördlichen, den Südlichen und den Westlichen (Trans-Danubischen) Kirchenbezirk. Jeder von ihnen wird von einem Bischof und einem Kurator bzw. einer Kuratorin geleitet. Der Nördliche Kirchenbezirk wird von Bischof Dr. Tamás Fabiny, der zugleich als leitender Bischof fungiert, der Südliche Kirchenbezirk von Bischof Péter Kondor und der Westliche Bezirk von Bischof János Szemerei geleitet. 

Unsere Gemeinden sind im ganzen Land verstreut, etliche unter ihnen befinden sich in einer Diasporasituation. Einige größere evangelisch-lutherische Gemeinden finden sich in den Gegenden um Nyíregyháza, Békéscsaba und Budapest sowie im westlichen Teil des Landes. 

Jede Gemeinde ist eine unabhängige, rechtliche Entität mit dem Recht, selbst Entscheidungen zu treffen und ihre Finanzen zu koordinieren. Die Gemeinden werden von einer Pfarrerin bzw. einem Pfarrer geleitet, die in rechtlichen und administrativen Fällen die Gemeinde gemeinsam mit dem Gemeindekurator vertreten. Jede Gemeinde hält ihre Gottesdienste und führt ihr Leben vor Ort, wo jeder herzlich willkommen ist. 

Unsere Institute – Bildung und Diakonie

Die ELKU und ihre Gemeinden betreiben ein großes Netzwerk an Bildungseinrichtungen. Gegenwärtig gibt es 53 Institutionen, darunter Kindergärten, Grund- und Mittel-, Fach- und Berufsschulen sowie Studentenheime. 

Die evangelisch-lutherischen Schulen setzen sich das Ziel auf hohem Niveau und in einer modernen Lernumgebung unterschiedliche Gemeinschaften zu fördern, die jedoch auf demselben Grund stehen: dem des lutherischen Glaubens.

Das religiöse Leben an den Schulen wird von Schulpfarrerinnen und Schulpfarrern geleitet.  

Die Ausbildung der Pfarrer, der Kirchenmusiker und des diakonischen Fachpersonals findet an der Evangelisch-Lutherischen Theologischen Universität in Budapest statt. Die ELKU ist auch Teil des Netzwerkes des Christlichen Roma-Fachkollegiums, das Jugendliche – sowohl Roma, als auch Nicht-Roma – in ihrer Bildung unterstützt und fördert, damit sie eine Chance für einen Studienplatz im Hochschulwesen bekommen. 

Die diakonische Arbeit der ELKU wird in 40 Einrichtungen ausgeführt, was Verpflegung und Hilfeleistung für mehr als 8000 Menschen bedeutet. Viele davon sind Pflege- und Altersheime, in denen neben Älteren auch Menschen mit Behinderungen oder jene, die kein Zuhause mehr haben oder wegen Familiengewalt nicht mehr nach Hause gehen können, begleitet werden. 

Kultur

Das evangelisch-lutherische Erbe wird vor allem von der Evangelisch-lutherischen Landessammlung aufbewahrt und gefördert. Es umfasst das Evangelisch-Lutherische Archiv, die Evangelisch-Lutherische Bibliothek und das Evangelisch-Lutherische Landesmuseum. Diese drei Zweige arbeiten zusammen, um in der Gesellschaft und der akademischen Welt Geschichte und Wesen unserer Kirche sichtbar zu machen. 

Einer der größten Schätze der ELKU-Sammlung ist das originale, handgeschriebene Vermächtnis und Testament von Martin Luther. Eine Kopie dessen ist im evangelisch-lutherischen Landesmuseum in Budapest ausgestellt. 

Die ELKU hat auch seine eigene Medienorganisation, den Lutherverlag (Luther Kiadó). Dieser koordiniert nicht nur die Mediendienste der Kirche, sondern publiziert auch alle zwei Wochen das Kirchenmagazin und andere Zeitungen, religiöse Bücher und Unterrichtsmaterialien.Er ist auch verantwortlich für das Betreiben der Webseite, Social-Media-Präsenz, Blogs und Apps der Evangelisch-lutherischen Kirche. 

Administration und Entscheidungswege

Die Synode ist der höchste Entscheidungsausschuss der ELKU, das sowohl das spirituelle, als auch das mentale und das finanzielle Leben der Kirche leitet, unterstützt und kontrolliert. Die Arbeit findet in Plenarsitzungen und innerhalb von Komitees statt. Neben der Synode wird die Kirche auch von dem Landespresbyterium, einer kleineren Gruppe von Repräsentanten – unter ihnen finden sich sowohl Ordinierte als auch Laien –, gesteuert, das die drei Kirchenbezirke und die Landeskirchenebene vertritt. Die Administration und operative Arbeit wird vom Landeskirchenamt vollzogen, das verantwortlich die Entscheidungsausschüsse und den Vollzug der Beschlüsse unterstützt. Auch die Gemeinden und Einrichtungen der Kirche werden vom Amt zu jeder Zeit geholfen.