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2022. Juni 27. 10:45

Ukrainischer Bischof Pavlo Shvarts in Budapest

Zwischen dem 27. und dem 30. Mai 2022 lud Dr. Tamás Fabiny, der leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarns und der Präsident der Martin Luther Bundes Pavlo Shvarts, den Bischof von Deutschen-Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ukraine zu Besuch in Budapest ein.

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Zu unserer großen Freude kam der Bischof mit seiner Familie, sie wurden von der Assistentin des Bischofs Kateryna Nikonorova begleitet. Agata, die Frau des Bischofs und ihre drei Kinder leben seit Kriegsbeginn in Polen, konnten aber diesmal im Rahmen einer „gelegentlichen Familienzusammenführung“ in der ungarischen Hauptstadt treffen.

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Am 27. Mai predigte Bischof Shvarts unter den freien Himmel vor fast tausend Menschen am Gottesdienst des Missionstages der nördlichen Diözese auf einem der schönsten Plätze Budapests. Seine Worte wurden von Pastor István Thuránszky interpretiert. Der Predigttext Joh 6,37 war auch das Thema des Missionstages unter dem Titel „Begegnung mit Dir“: Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. In seiner Predigt sprach der Bischof über die Aufnahme der Flüchtlinge und dankte für die erfahrene Hilfe. Beim Gottesdienst mit reichhaltiger Liturgie, der auch von einem norwegischen Pfarrer zelebriert wurde, teilten die beiden Bischöfe und 15 ungarische Pfarrer das Abendmahl. Zu diesem Anlass wurde die Familie des Bischofs auch auf die Bühne eingeladen und von der Gemeinde mit großer Liebe begrüßt. Als Teil des reichhaltigen spirituellen und kulturellen Programms des Missionstages wurden mehrere Berichte über die Arbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarns unter den Flüchtlingen aus der Ukraine vorgestellt.

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Auch Vertreter von Hungarian Interchurch Aid-Hungary waren in einem Zelt anwesend, die im Rahmen von Act Allience ernsthafte Hilfe in der Kriegslage leisteten, unter anderem wurde in Lemberg ein Hilfsbüro eingerichtet.

Die Teilnehmer waren auch sehr berührt von dem Bekentniss einer ukrainischen jungen Frau, die berichtete, wie hilfsbereit sie und ihre Familie in der ungarischen evangelischen Kirche empfangen wurden. Für ein bestimmtes Projekt bei Deutschen-Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ukraine wurde Spende während dem Missionstag in Höhe von insgesamt 1600 € gesammelt.

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Am Wochenende stand für die Familie von Bischof Shvarts auch Standtrundfahrt in Budapest und Erholung zur Verfügung. Am Sonntag diente er in der Burggemeinde im Burgviertel von Budapest. Nach der Predigt von Bischof Tamás Fabiny begrüßte Bischof Shvarts die Gemeinde und nahm an der Liturgie teil. Danach gab es ein langes Gespräch im Gemeindesaal: die Mitglieder der Gemeinde hörten mit großem Interesse den Bericht über das Leben und die Nöte der Lutheraner im ukrainischen Kriegszustand zu. An dem Gespräch beteiligten sich mehrere ukrainische Flüchtlinge, darunter eine sechsköpfige Familie, die seit Wochen im Kirchensaal der Burggemeinde untergebracht und versorgt wurde.

Am Montagmorgen erwartete die ukrainischen Gäste ein reichhaltiges Programm. Sie besuchten zuerst die Schule, die seit Beginn des Krieges im Zentralbüro der ELKU stattfindet, mit etwa 50 Schülern und Lehrern, die aus Kiew, Harkiv und anderen Städten geflohen sind. Viele der Mitarbeiter von ELKU engagieren sich ehrenamtlich für diese Arbeit. Schließlich sahen sich der Bischof und seine Familie das ursprüngliche handschriftliche Testament von Luther Martin an.

Wir hoffen, dass dieser Bischofsbesuch das Schicksal der beiden Kirchen und der beiden Länder gestärkt hat, dass es zur Stärkung des gemeinsamen Gebets in einer Kriegssituation beigetragen hat und dass die Solidarität und die christliche Hilfe für Bedürftige weiter zugenommen wird.