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2023. Oktober 03. 16:58

Zum Gedenken an die Märtyrer unserer Zeit, die aus Bergkarabach geflohenen Armenier

Von Tamás Fabiny, dem leitenden Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn

Am 1. Oktober wurde in der evangelisch-lutherischen Kirche in Budakeszi der Armenier gedacht, die aus Berg-Karabach geflohen sind. Im Rahmen des Gottesdienstes verwies Tamás Fabiny, leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, auf die Opfer der Christenverfolgung von heute.

20231001 Budakeszi emlekezes ormeny keresztenyekre foto Nagy Adam

Tamás Fabiny erinnert an die armenischen Christen

"Während es völlig natürlich ist, dass wir mit unseren eigenen Angelegenheiten, Freuden und Sorgen beschäftigt sind: dem Leben der Kirchengemeinde, der Hilfe für Bedürftige, der Unterstützung für die, die vor dem, unweit unserer Grenzen tobenden Krieg fliehen, dass vielleicht Nachrichten über Ereignisse, die so weit entfernt sind wie die über ein kleines Land im Kaukasus, übersehen werden.

Heute jedoch, hier in der Kirche, die dem Gedenken an die christlichen Märtyrer gewidmet ist, ist es besonders notwendig, einen Moment innezuhalten und unserer christlichen Brüder und Schwestern zu gedenken, die in diesen Tagen, ja sogar in diesen Stunden, schreckliches Leid erfahren.

Wir alle wissen, dass der Berg-Karabach-Konflikt schon seit Jahrzehnten sich hinzieht. So lesen wir auch, dass am 19. September 2023 in einem eintägigen Krieg die autonome Region Karabach vom Militär der Mehrheitsgesellschaft besetzt wurde. Die Selbstverwaltung der armenischen Gemeinschaft, die sich selbst die Republik Arzach nennt, wurde abgeschafft. In den letzten Tagen sind  die Einwohner, ca. 120.000 Menschen aus dem Gebiet geflohen. Sie lassen ihre Häuser und ihr Zuhause zurück. Und ihre Kirchen. Die Mehrheit der Karabachis gehört einer der ältesten christlichen Gemeinschaften, der Armenischen Apostolischen Kirche an. Mehr als 400 Kirchen, Klöster und Kirchengebäude stehen in dem verlassenen Bergkarabach leer.

Der Apostel Paulus schreibt: "... Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. " (1 Kor 12,26)

Denken wir also an das Leiden unserer armenischen Brüder und Schwestern. Drücken wir unsere Solidarität mit ihnen aus. Beten wir für sie und versuchen wir, ihr Leid zu lindern, wenn wir können. Denn unsere fernen Schwestern und Brüder sind heute zu verfolgten Christen geworden: zu Märtyrern unserer Zeit."